Veranstaltungsarchiv
27.4.2007 – Buchvorstellung „Spuren von Auschwitz ins Gäu”
Nachdem sich die Sektion Böblingen/Herrenberg/Tübingen des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie im Jahr 2001 vorgenommen hatte, die Geschichte des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen wissenschaftlich aufzuarbeiten, begannen im Juli 2005 die Recherchen der beiden Hauptaktiven des Vereins: Volker Mall und Harald Roth. Sie durchkämmten Archive und befragten Zeitzeugen, um eine Dokumentation herauszubringen; für den Hauptartikel beauftragten sie die Politikwissenschaftlerin und Ethnologin Dorothee Wein, für ergänzende Gastbeiträge konnten sie einige weitere Experten gewinnen – unter anderem Prof. Utz Jeggle, dessen Vortrag im Jahre 2002, zu dem sich etwa 300 Interessierte in Tailfingen eingefunden hatten, quasi den Auftakt der Vereinsarbeit zu diesem Thema gebildet hatte. Nach vorangegangenen Recherchen durch Monika Walther, Thomas Meffert und Utz Jeggle entstand mit „Spuren von Auschwitz ins Gäu” nun das erste Buch, das sich ausschließlich dem Außenlager Hailfingen-Tailfingen widmete. Einen wichtigen Teil der über 250 Seiten starken Veröffentlichung stellt das Namensverzeichnis der 600 jüdischen Häftlinge dar. Harald Roth war im Staatsarchiv Ludwigsburg auf eine Auflistung der Insassen des Lagers gestoßen. Aufgrund dieses Funds wurden viele weitere Recherchen erst möglich und die Häftlinge aus der Anonymität befreit.
Bei der Veröffentlichungsveranstaltung am 27.4.2007 in Rottenburg a. N. sprachen neben den Autoren Volker Mall und Harald Roth und der Vereinssprecherin Birgit Kipfer auch Rottenburgs damaliger Oberbürgermeister Klaus Tappeser. Er stellte in Aussicht, dass schon im kommenden Jahr mit der Errichtung einer KZ-Gedenkstätte begonnen werden könnte. Die Abschlussrede „Über die Notwendigkeit zu erinnern” hielt Joachim Gauck, damals Vorsitzender des bundesweiten Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie. Der Theologe und ehemalige Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, der dem Buch auch ein Grußwort beigesteuert hat, wurde am 18. März 2012 zum elften Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt.
Presseartikel über das Buch und die Veranstaltung
Chronik der Veröffentlichungen zum KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen
„Spuren von Auschwitz ins Gäu” auf unserer Verkaufsseite
Miniatur Joachim Gauck
Fotos während der Veranstaltung

a) Joachim Gauck (wie Miniatur)
b) Birgit Kipfer am Rednerpult
c) Joachim Gauck und Dr. Alfred Geisel (r.) von GV – FD
d) Gauck und Geisel im Publikum, zweite Reihe v. r. n. l.: Rottenburgs Gemeinderat Albert Bodenmiller, Rottenburgs damaliger OB Klaus Tappeser
e) Prof. Utz Jeggle im Publikum (klatschend)
f) Gauck (mit Schlagschatten)

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kzht.ar.ve.spu_fotos_1.zip (30,1  MB)

Quelle:
Detlev Bertram
Ausschnitt von Joachim Gaucks Rede

a) Video
Länge: 11:49 min

b) Pdf (Transkript)

kzht.ar.ve.spu_gauckvideo_a.flv (50,5  MB)
kzht.ar.ve.spu_gauckvideo_b.pdf (0,4  MB)

Quellen:
Video: Detlev Bertram
Transkript/Bearbeitung: Johannes Kuhn, Berlin
Bei seiner Rede in der bis zum letzten Platz gefüllten Zehntscheuer spricht Joachim Gauck vor allem über die Notwendigkeit des Erinnerns und die Mechanismen des Verdrängens. Dabei zieht er immer wieder Parallelen zwischen DDR und Drittem Reich und wechselt gekonnt zwischen ernsthaften Denkanstößen und ironisch karikierten Passagen. Gauck überzeugt mit seinem lebendigen, von bürgerlichem Humor durchzogenen Vortragsstil weite Teile des Publikums.
Leider liegt uns keine vollständige Aufnahme vor, es existiert vermutlich nur noch dieser Ausschnitt, der auch in Sachen Aufnahmequalität Wünsche offen lässt.
(Im Seminarraum der Gedenkstätte ist das Video in etwas besserer Qualität abrufbar.)
Miniatur Birgit Kipfer am Rednerpult
Videostandbilder während der Veranstaltung

a) Birgit Kipfer am Rednerpult (wie Miniatur)
b+c) Volker Mall und Harald Roth, im weißen Hemd: Thomas Meffert
d+e) Joachim Gauck spricht
f) Gerhard Bialas (im grau karrierten Hemd)
g) Uwe Gronbach, Enkel des KZ-Kommandanten Eugen Witzig
h) Heribert Kipfer am Büchertisch, Fotograf Rainer Mozer

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Quellen:
Detlev Bertram, Bearbeitung: Johannes Kuhn
Das Naturschutzhinweisschild „Geschützter Grünbestand”, das den linken Bühnenrand dekoriert und auch in der bunt zusammengewürfelten Beamerpräsentation mehrfach auftaucht, ist ein Verweis darauf, dass die Startbahn des Flugplatzes Hailfingen, die die Häftlinge damals verlängern sollten, inzwischen als Biotop seltenen Pflanzen und Tieren Schutzraum bietet. Johannes Kuhn hatte seinen ein Jahr zuvor veröffentlichten Film über Mordechai Ciechanowers ersten Besuch in Tailfingen nach diesem Naturschutzstatus benannt. Der Film, der ebenfalls in enger Zusammenarbeit mit Volker Mall entstand, hatte in der Umgebung hunderte Besucher in die Kinos – besonders auch ins Rottenburger Waldhorn – gelockt und auf emotionaler Ebene für das Thema sensibilisiert.



KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen